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STRICKHELDINNEN

Ganz entspannt zur erfolgreichen Strickerin werden.

Grundgarderobe für Strickerinnen: 12 Vorteile & Nachteile

Grundgarderobe für Strickerinnen: 12 Vorteile & Nachteile

Inspiration & Motivation

Warum komme ich mit dem Thema Grundgarderobe daher? Schließlich ist dies ein Strickblog, da sollte es um Strickthemen gehen.

„Außerdem, über so etwas nachzudenken, dafür habe ich keine Zeit“, denkst du jetzt vielleicht.  Und ist dieses Grundgarderobe-Gedöns nicht nur etwas für junge, berufstätige Frauen in der Großstadt? Für Yuppies? Für die anderen eben?!

Darüber will ich mit dir reden.

Die Entscheidung, ob es für dich sinnvoll ist, kann ich dir zwar nicht abnehmen. Ich bin aber überzeugt, dass ich dir Gedankenanstöße geben kann. Darum hier nun die Vorteile und Nachteile für Strickerinnen. Gerade, wenn du überlegst, ob du mit einer Grundgarderobe anfangen solltest.

Denn eine Grundgarderobe zu haben, ist nicht etwas Exklusives. Sie muss dich nicht einschränken. Ganz im Gegenteil.

Und falls du zu denjenigen gehörst, die beim Wegräumen der Winterkleidung wieder einen ganzen Stapel Ungetragenes einpacken, solltest du jetzt unbedingt weiterlesen. Vor allem, wenn selbst gestrickten Sachen dazugehören. Bei mir waren es beispielsweise dicke Strickpullis mit Rundpasse, die auf diesem Stapel gelandet sind.

Darum geht es hier

  • Klare Vorteile einer funktionierenden Grundgarderobe
    • Zeitersparnis
    • Kombinierbarkeit
    • Ordnung und Überblick
    • Geld ausgeben
    • Platzbedarf
    • Die Suche nach dem nächsten Strickprojekt
  • Klare Nachteile einer funktionierenden Grundgarderobe
    • Knappheit
    • Spontaneität
    • Stricken als Entspannung
    • Stress auf die Kleidung
    • Zeitfaktor häufigere Pflege
    • Wenn sich was verändert: Geschmack, Figur, Lebensumstände
  • Die 80-20-Regel oder das Pareto-Prinzip
  • 32% oder 64%: Gefühl oder Fakt
    • Wie, fast 2 Milliarden an praktisch ungetragener Kleidung?
    • Dein Selbst-Experiment
  • Eigene Erfahrungen nutzen
    • Kleiderschrank-Divas
    • Kombinationen, die keine sind
    • Diese Kleidungsstücke gehören nicht dazu
  • Fazit

Klare Vorteile einer funktionierenden Grundgarderobe

Möchtest du dir den Alltag gerne vereinfachen? Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ durchs Leben gehen? Und sowieso, mehr Zeit für Menschen und Dinge haben, die dir Freude machen. Dann kannst du hier für dich interessante Aspekte finden.

Zeitersparnis

Davon haben wir eh nie genug: Zeit. Und anstatt grübelnd vor dem Kleiderschrank zu stehen, könntest du die eingesparte Zeit strickender Weise verbringen. Jede Minute zählt, oder?

Kombinierbarkeit

Auf neudeutsch heißt das auch Mix and Match. Alle Teile lassen sich mit allen anderen kombinieren, ohne dass es merkwürdig wirkt. Und dabei Strickteile mit einzubeziehen, macht Sinn.

Und Laune, wenn du nicht versuchst,  alles mit allem kombinieren zu wollen. Die Kunst ist, nicht zu verkrampft vorzugehen – sonst geht der Schuss nach hinten los.    

Ordnung und Überblick

Ein ganz zentraler Punkt bei einer guten Grundgarderobe ist die Übersicht, die du dadurch über deine Bekleidung behältst. Es gibt keine ‚schlafenden Schönheiten‘ mehr, die nie das Tageslicht erblicken.

Hast du weniger Kleidungsstücke, ist auch das Ordnung halten deutlich einfacher. Und unter uns: mit einem aufgeräumten Schrank lässt sich viel leichter der Überblick behalten. Das eine geht nicht ohne das andere.

Geld ausgeben

Nein, eine gute Grundgarderobe ist nicht unbedingt billiger als wildes Durcheinander- Gekaufe. Und das gilt für Kleidung ebenso wie für Wolle.

Die Grundgarderobe funktioniert nämlich auf Dauer besser, wenn du einen Schwerpunkt auf gute Qualität legst…und die ist meistens nicht für wenig Geld zu bekommen. Das bedeutet für dich als Strickerin: die beste Wolle kaufen, die du dir leisten kannst!

Allerdings werden deine Ausgaben planbarer, weil du genau weißt, was du brauchst. Und wann.

Platzbedarf

Du grübelst über einen Dachausbau für deine Wollvorräte  oder einen begehbaren Kleiderschrank nach? Die Frage sollte besser lauten: WIEVIEL Platz möchtest du deiner Kleidung einräumen und kannst du dann noch den Überblick behalten?

Wenn sich das nötige Platz-Volumen für deine Bekleidung verringert, kannst du diesen Platz für sinnvolleres oder spaßigeres verwenden. Vielleicht sogar dein eigenes Hobbyzimmer!?

Die Suche nach dem nächsten Strickprojekt

Absolut relevanter Punkt. Viele Strickerinnen verfangen sich in diesem Fallstrick, wenn sie ein neues Projekt starten. Ohne Plan, ohne Ziel treibt man durch die bunte Welt des Internets und findet Strickideen noch und nöcher.

Doch wie entscheiden, ob man Jacke X oder Pulli Y oder Schal Z stricken soll? Wie eine Dame in meiner letzten Strickerinnen-Umfrage schrieb:

„Die Phase der „Projektfindung“ treibt meinen Mann regelmäßig in den Wahnsinn. Ich wünsche mir, mich schneller entscheiden zu können.“

Wenn du eine zweckmäßige Grundgarderobe hast, weißt du bereits, welche Farben und Formen zu Vorhandenem dazu passen. Dadurch fallen zwischen 50% und 80% der Ideen gleich mal weg – dein Entscheidungsweg wird deutlich kürzer, schneller und einfacher.

Bei so vielen Vorteilen sollte man doch eigentlich sofort loslegen, oder? Mein Antwort ist ein klares Jein. Denn wenn für dich die Nachteile überwiegen, ist eine Grundgarderobe nicht der richtige Weg.

Darum möchte ich dir die Nachteile nicht vorenthalten, die ich immer wieder höre und lese. Einige davon schwirrten mir früher auch im Kopf herum, wie das erste!

Klare Nachteile einer funktionierenden Grundgarderobe

Knappheit

Wenn du nur wenige Kleidungsstücke hast, fühlt sich das für dich selbst wie ein Mangel an? Vielleicht empfindest du das als (unnötige) Knappheit, die dich unzufrieden macht.

Eventuell fällt den Kolleginnen im Büro, der Freundin/Schwester/Mutter auf, dass man schon wieder das Gleiche anhat wie letztes Mal/gestern/beim letzten Besuch. Kommt der Satz in den Sinn: „Was werden die nur von mir denken?“

Spontaneität

Wenn alles im Kleiderschrank so durchgeplant ist, wo bleibt dann das spontan Kreative? Etwas zu Stricken, einfach aus Freude am Tun. Nicht erst überlegen  müssen, wofür und wieso man etwas stricken möchte. Dieses ganze Vernünftigsein nervt…

Stricken als Entspannung

Sich einfach entspannen beim Stricken:  die Hände beschäftigen, damit der Geist fliegen kann. Und dabei kann herauskommen, was will. Und wenn es das fünfzigste Paar Socken ist – ganz egal. Oder der dreißigste Schal.

Ich übertreibe ein wenig. Aber wenn du eine Strickerin bist, die in Windeseile Socke um Socke, Schal um Schal… fertigstellt, passt da etwas nicht zusammen. Einerseits sollte man stricken, was auch tatsächlich gebraucht wird. Andererseits ist das dann aber nicht mehr entspannend und damit nicht zielführend für dich.

Stress auf die Kleidung

Wenn man mit weniger Kleidungsstücken durch die Wochen geht, wird schnell klar: jedes davon kommt öfters an die Reihe.

Tragehäufigkeit erhöhen ist bei Strickteilen manchmal nicht das Gelbe vom Ei. Je nach Material ist häufigeres Waschen anstatt Auslüften zwar möglich, aber auch immer ein gewisses Risiko. Und wenn du mal das Flusensieb deiner Waschmaschine anschaust: Abrieb ist immer!

Zeitfaktor häufigere Pflege

Doch das häufigere Waschen, Trocknen, Bügeln ist nicht nur für die Kleidung Stress, sondern auch für dich! Je nachdem, was sich an Aufgaben in deinen Wochen schon tummelt, ist die „Bügelrunde“ vielleicht ein seltenes Event.

Wenn du nun eher wenige Kleidungsstücke in der ‚Rotation‘ hast, könnte es zwischenzeitlich zu echter Knappheit kommen. Weil alle getragenen Klamotten irgendwo zwischen Waschmaschine und Kleiderschrank stecken.

Bei Strickteilen kommt hinzu, dass oft Handwäsche und Liegend-Trocknen empfohlen wird. Das dauert!

Wenn sich was verändert: Geschmack, Figur, Lebensumstände

Viele von uns kennen Situationen, in denen sich unsere Lebensumstände schnell verändern. Oft gehen diese Hand in Hand mit anderen Anforderungen an die Kleidung.

Warst du berufstätig und bist jetzt in Elternzeit oder im Ruhestand, brauchst du vielleicht keine schwarze Wollhose oder Hemdbluse mehr. Was passiert dann mit der sorgfältig zusammengestellten Grundgarderobe?

Du siehst schon, es gibt sehr gute Argumente dafür und dagegen. Das macht die Entscheidung nicht gerade einfach. Lass uns doch kurz den Pfad der Emotionalität verlassen, wenn es um unsere Kleidung geht.  Diese Zahlen, Daten, Fakten  und Erfahrungswerte könnten dir dabei ein wenig die Richtung weisen.

Die 80-20-Regel oder das Pareto-Prinzip

Vilfredo Frederico Pareto (1848 – 1923) war ein italienischer Soziologe und Ökonom. Er entdeckte (nicht erfand) die Pareto-Verteilung, die ein statistisches Phänomen in Worte fasst.

Sie besagt, dass eine kleine Anzahl von hohen Werten einer Wertemenge mehr zu deren Gesamtwert beiträgt als die hohe Anzahl der kleinen Werte dieser Menge. Oder einfacher: Viele Aufgaben lassen sich zu 80% mit einem Mitteleinsatz von 20% erledigen.

Mit der Zeit stellte sich heraus dass die 80-20-Regel nicht nur für Wirtschaftsmathematiker interessant ist, sondern für unser tägliches Leben. Ob es nun die Schreibtisch-Arbeiten, von denen sich 80% in 20% der Arbeitszeit erledigen lassen. Oder der Hausputz, bei dem die letzten 20% zwischen sauber und blitzeblank uns den Löwenanteil der Zeit kosten.

Oder eben auch die 20% der Kleidung tragen wir 80% der Zeit. Umgekehrt heißt das (leider) auch: 80% unserer Kleidung tragen wir selten bis gar nicht. Erschreckend, aber wahr.   

Schaubild der 80-20-Regel

32% oder 64%: Gefühl oder Fakt

Wie viel Prozent der Kleidung in Ihrem Schrank wurde in den letzten zwölf Monaten nicht getragen? Das war die Frage.

In Deutschland wurde 32% von den Konsumenten selbst angegeben, die Recherchen ergaben jedoch 64%! Also beträgt der über-flüssige Anteil unseres Kleidungsbestandes fast zwei Drittel ! In Österreich sind die Zahlen ähnlich: 39% gefühlt, 65% recherchiert.

 In der Schweiz tut sich eine viel größere Lücke auf zwischen Fakt und Fiktion auf. Laut eigenen Angaben hat man nur 26% der Kleidung im vergangenen Jahr ignoriert. Tatsächlich belief sich der Anteil der nicht getragenen Bekleidung allerdings auf rund 79 Prozent. Hier findest du die ganze Statistik (Statista)

Wie, fast 2 Milliarden an praktisch ungetragener Kleidung?

Das ist ein ziemlich erschreckendes Ergebnis, die Hochrechnung aus einer repräsentativen Greenpeace Umfrage. Falls dich das interessiert, habe ich dir hier den ganzen Artikel verlinkt (er ist etwas deprimierend, aber relevant).

Außer der Masse der ungetragenen Kleidung hat mich persönlich erstaunt, wie gering die Anzahl der Selbermacher ist! Lediglich 8% haben in den letzten Monaten eigene Kleidung hergestellt (u.a. Nähen und Stricken).

Dein Selbst-Experiment

Wenn du diesen Zahlen nicht glauben magst, könntest du den Selbstversuch wagen. Das Kleiderschrank-Experiment. Hänge die Sachen, die du im letzten Jahr mit Sicherheit nicht getragen hast, nach links. Die viel getragenen (Lieblings-) Klamotten nach rechts und Rest (bei dem du nicht sicher bist) in die Mitte.

Wie viel Platz brauchst du rechts im Vergleich zur linken Seite bzw. zum mittleren Bereich?

Im besten Fall  befinden sich deine selbst gestrickte Sachen auch am rechten Teil der Kleiderstange.  Und das  Selbermachen hat einen weiteren, großen Vorteil. Meist schätzt man mehr, was größeren Aufwand bedeutet hat.

Anstatt schnell eingekauft, hast du Wolle, Stoff und anderes selbst ausgesucht und dann gestaltet. Die Chance, dass du es auch anziehst, ist sicher viel höher!

Eigene Erfahrungen nutzen

Dann lass uns mal aus dem Nähkästchen plaudern. Ich  fang an.

Kleiderschrank-Divas

Meine mangelnde Disziplin beim Klamotten kaufen hat mir über die Jahre einige Divas (oder Diven) in den Kleiderschrank geschubst. Als DIVA bezeichne ich ein Kleidungsstück, das die folgenden Merkmale aufweist:

  • Dominant: durch Form, Farbe oder Muster eindeutiger Hauptdarsteller des ganzen Outfits;  kein guter Team-Spieler
  • Impulsiv: Meist ein Spontankauf, ohne Notwendigkeit und Überlegung
  • Vergangen: Mitglied einer anderen Epoche, es ist nicht zeitlos und wirkt daher unmodisch; oder es passt einfach nicht mehr
  • Aufwändig: das hochwertige Material, das typisch für eine Diva ist, lässt sich nur mit hohem Aufwand reinigen (Handwäsche, chemische Reinigung); bei selbst gestrickten Sachen kann das auch der Herstellaufwand sein

Diese „Damen und Herren“ sorgen für ein falsches Gefühl der Auswahl und Fülle im Kleiderschrank. Schrank voll und doch nichts anzuziehen – kennst du das?

Kombinationen, die keine sind

Ein anderer wunder Punkt sind die ‚unglücklichen‘ Kombinationen. Teile, die zusammenpassen sollten, es aber nicht tun. Ein paar Beispiel gefällig?   

  • Im Laden passten die zwei Dunkelblau-/Grau/Braun-/Schwarz-Töne super zusammen, bei Tag betrachtet nicht. Nein, das ist keine Farbenblindheit, sondern ein bekanntes Problem: Metamerie. Es bedeutet: jeder Farbton sieht bei verschiedenen Lichtquellen unterschiedlich aus. Metamerie kommt gerade bei den genannten Farbtönen häufig vor…aber nicht nur!
  • Aus dem Dream-Team ist nur einer dein Favorit geworden, sein Kumpel hängt unbeachtet in der hintersten Kleiderschrank-Ecke. Typisches Beispiel: Sets aus Jacke und Bluse.
  • Körperliche Veränderungen betreffen nicht alle Teile der Kombination gleichermaßen. Während das Oberteil noch passt, kneift das Unterteil oder umgekehrt. Beispiele: Kostüme oder Hosenanzüge.    

Mein Tipp:

Diese „Nabelschau“ ist nicht ganz einfach, aber lohnenswert. Beschäftige dich einmal – ganz unvoreingenommen – mit den eigenen Fehl- und Glückskäufen, Favoriten und Diven. Und auch wichtig: ohne „die Peitsche auszupacken“. Denn aus Fehlern kann man eine Menge lernen.

Diese Kleidungsstücke gehören nicht dazu

Von der Einteilung in „geeignet“ oder „ungeeignet“ für deine Grundgarderobe solltest du die folgenden Bereiche ausklammern. Denn je nach Situation, Gesundheit, Jahreszeit oder Pandemie haben bestimmte Kleidungsstücke immer mal wieder eine Pause.

Diese sind:

  • Sportbekleidung und -schuhe
  • Outdoor-Jacken und -schuhe
  • Wintermantel, Winterjacke, warme Stiefel
  •  Regenbekleidung
  • Abend-Garderobe, Ballkleid usw.
  • Arbeits- und Schutzbekleidung
  • Umstands-Bekleidung

Falls dir das ohnehin klar war, umso besser!

Fazit

Falls dir nun der Kopf schwirrt, möchte ich dich beruhigen. Denn was davon relevant ist, bleibt nun mal deine Entscheidung. Vielleicht  lösen auch nur ein oder zwei der genannten Punkte eine Reaktionen bei dir aus. 

Und wenn du eine Veränderung machen möchtest, dann starte mit ein paar KLEINEN Schritten. Die Reise zum „Planen und Stricken von Kleidungsstücken für deine Grundgarderobe“ ist lang. Übers Knie brechen ist weder sinnvoll noch nötig.

Und sofort alles wegzuwerfen, weil es „keine Freude in dir auslöst“, aka Marie Kondo, halte ich für einen Fehler. Zu Beginn fließen viele Ressourcen in die Produktion der Kleidung. Und zum Schluss landen die meisten Sachen doch auf dem Müll oder werden verbrannt und belasten die Umwelt. Bitte bedenke das.


DIES IST EINER DER BLOGARTIKEL IN DER MINISERIE „GRUNDGARDEROBE“

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7. Mai 2021 · Leave a Comment

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