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STRICKHELDINNEN

Ganz entspannt zur erfolgreichen Strickerin werden.

Was hat deine Grundgarderobe mit den  Disney Prinzessinnen zu tun?

Was hat deine Grundgarderobe mit den Disney Prinzessinnen zu tun?

Inspiration & Motivation

Früher war alles besser!?

Wahrscheinlich gilt das auch für die bekannten und beliebten Heldinnen-Figuren aus Disney-Filmen. Heute wird darüber diskutiert, ob sie sich als Vorbilder für Mädchen überhaupt eignen. Sind sie stark und selbstbestimmt? Oder verkörpern sie unrealistische Schönheitsideale? Zum Teil werden sehr ernste, emotionale Diskussionen über diese Fantasiefiguren geführt!

Heute ergänze ich die Debatte um einen ganz anderen, wie ich finde spannenden Punkt:

Was können wir von Belle (Die Schöne und das Biest), Snow White (Schneewittchen), Cinderella, Mulan, Pocahontas und all den anderen für unsere Grundgarderobe lernen?

Übrigens: Diesen Artikel solltest du mit einem Augenzwinkern lesen.

Kennst du sie noch aus deiner eigene Kindheit? Oder sind die sogenannten Disney Prinzessinnen erst durch deine Kinder, Patenkinder oder Enkel in dein Leben getreten? Ich gehe mal davon aus, dass du zumindest einige von ihnen kennst.

Was sofort auffällt:

Jede Prinzessin ist an ihrer Kleidung eindeutig erkennbar. Dieser Wiedererkennungswert ist sicher ein Grund, warum sie sich so gut für Kostüme eignet. Das blaue Ballkleid ist immer eine Cinderella, der gelbe Rock mit Puff-Ärmel-Oberteil immer Snow White.

Aber können wir deshalb schon von einer Prinzessinnen-Grundgarderobe sprechen? Und die noch wichtigere Frage…

Was können wir uns von Disney Prinzessinnen für unsere Grundgarderobe abschauen?

Die Kleidung ist im Dauereinsatz

Die Kleidungsstücke der Hauptdarstellerin müssen ziemlich viel mitmachen. In den Abenteuern werden sie durch den aktiven Einsatz der Trägerin nass, schmutzig oder auch beides. Alles ohne Probleme.

Die Kleidung übersteht zusammen mit der Heldin schwierige Phasen wie viel körperliche Bewegung, eine Reise oder sogar eine Flucht. Ohne Ersatz, zumindest nicht auf dem Bildschirm.

Eigentlich genau, was wir wollen, oder? Die Kleidung ist im Dauereinsatz und hält durch, ohne dass die Akteurin darauf Acht geben muss. Kein Waschen, kein Bügeln, kein Flicken.

Farbe und Form der Kleidung unterstreicht den Typ

Jede der Prinzessinnen hat ihren eigenen Hautton und Haarfarbe, und ihren eigenen Stil.

Die Form ihrer Kleidung unterstreichen immer, wie die Heldin ist. Ist sie verträumt, schwebt das lange Kleid um sie herum. Ist sie eher zupackend, ist der Rock kürzer und weniger voluminös.

Bei den Farben ist es ähnlich. Du wirst keine Rothaarige finden, die im gelben oder orangen Kleid herumlaufen muss. Anstatt dessen sind es kühle Blau- und Türkistöne, die rote Haare richtig zum Leuchten bringen.

Das wünschen wir uns doch alle:  die optimale Farbwahl bei Kleidung, die auch noch perfekt zu unserem Typ passt.

Die Kleidung bleibt im Hintergrund

Wenn du einen der Filme anschaust, wirst du in den abenteuerlichen Momenten sicher nicht denken: „Oh, ihr Kleid sieht ja super aus!“.  Denn die Prinzessin ist der Star und nicht ihre Kleidung. Diese hält sich dezent im Hintergrund.

Einzige Ausnahme: der Show-Stopper-Moment. Wie die quietschenden Reifen, der Kratzer in der Schallplatte. Tada.

Die Heldin schält sich aus ihrer Alltagstracht und haut ihren Traumprinzen um. Mit dem Ballkleid oder Hochzeitskleid beim großen Finale oder dem einmaligen Moment. Und dabei ist das „ganz große Kino“ auch wirklich nötig!

Wie ist die Bekleidung der Disney Prinzessinnen eigentlich gemacht?

Die Frage, ob ihre Kleidung selbst gemacht ist, darf auf diesem Blog nicht fehlen. Schließlich geht es hier auch ums Selbermachen. Nach gestrickten Pullis, Jacken oder Schals suchen wir bei diesen Damen leider vergebens.  

Welche der Prinzessinnen hat selbst gemachte Kleidung an?

Bei den Heldinnen, die noch sehr naturnah leben, ist das wahrscheinlich so. Mir fallen da nur Pocahontas und Moana ein. Bei Nixe Arielle kann man beim Thema Fischschwanz diskutieren, er ist aber wohl eher Körperteil als Kleidung.

Gut zu erkennen ist das Handgemachte an den sehr einfachen, rechteckigen Formen. Und anscheinend wird eher gewickelt als genäht. Ganz so, wie man sich das bei „Ureinwohnern“ anscheinend vorzustellen hat.

Wie steht es mit Hand- oder Maß-Anfertigungen?

Das passt schon eher zu einer Prinzessin, oder solchen, die es werden wollen. Die meisten Geschichten spielen im vorindustriellen Zeitalter. Kleidung wurde für eine Person speziell angefertigt und war daher logischerweise auf Maß.

Ob es beim Material für Samt und Seide reichte, war sicher vom Geldbeutel des Auftraggebers abhängig. Handgefertigt waren diese Stoffe, egal ob als Import oder von lokalen Webern.

Von Hand genäht war die Kleidung in jedem Fall, denn maschinen-produzierte Massenware gab es nicht.     

Welche Materialien werden verwendet?

Ziemlich unrealistisch ist, wie die Heldinnen-Kluft fällt und fließt. Die damals hauptsächlich verwendeten schweren Woll- und Leinenstoffe sind eher steif. Auch Samt ist längst nicht so beweglich, wie es in den Filmen dargestellt wird.

Allerdings musste es nicht nur grau und braun sein. Denn das Färben mit Pflanzen und Tieren war längst bekannt. Färberwaid für Blau, Reseda für Gelb oder Schnecken für Purpur.

Seide und feine Batiststoffe waren auch schon im Einsatz. Der edle Glanz war allerdings nicht für den täglichen Gebrauch gedacht. Aurora, die wir als Dornröschen kennen, hätte mit einem pink-rosa Seidenkleid nicht im Garten herumlaufen dürfen.

Definitiv unbekannt hingegen war bei allen Damen die Welt der Kunstfasern und Elastik-Garne. Ebenso die ach so bequemen Strick- oder Jersey-Stoffe.

Was ist mit den Schnitten und Formen?

Jetzt wird es schwierig, denn so richtig moderne Kleidungsstücke tauchen gar nicht auf. Das höchste der Gefühle ist das Drop-Waist-Kleid aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bei Tiana (die den Frosch küsst).

Es überwiegt ganz klar die Gattung Kleid. Historisch sicherlich richtiger, aber für uns heutzutage doch ziemlich einfallslos.  Es tauchen keine Blusen, Hosen oder Kostüme auf. Gestricktes konnte ich auch nicht finden, obwohl das Stricken schon seit dem Mittelalter bekannt ist.

Ideen abspickeln können wir uns bei den Prinzessinnen auch nicht, wie sie sich im Winter warmhalten. Als einzige ist Anna (aus Frozen) mit Handschuhen zu sehen. Dazu ein Cape, das gerade mal die Schultern warmhält. Der Rest darf er-frieren. Brrr.

Highlights sind Hochzeits- und Ballkleider

Diese schon oben erwähnten Show-Stopper kommen oft auf magische Weise zur Heldin. Sozusagen als „Lohn“ für Mühen und Entbehrungen. Da frage ich dich: haben wir nicht alle ab und zu eine Belohnung in Form von schöner Kleidung verdient?

Es gibt nur ein kleines Problem: man muss auf eine Fee warten, um die Lieferung zu bekommen. 

Kurz gesagt:

Leider geben uns die Disney Prinzessinnen keine vernünftigen Tipps, was einen brauchbaren Kleidungsstil und bequeme Materialien anbetrifft. Und leider auch Fehlanzeige bei Gestricktem.

Aber, wie heißt es so schön:

Niemand ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen. Und darum hier die Dinge, die du auf keinen Fall mit deiner Kleidung so machen solltest wie diese Comic-Heldinnen.

Was wir mit unserer Kleidung nicht so machen sollten wie die Disney Prinzessinnen

Die Kleidung passt sich nicht einer veränderten Situation an

Die „armen“ Prinzessinnen müssen immer im gleichen Outfit rumlaufen. Ich glaube fast, es ist unmöglich, sich die jeweilige Disney Prinzessin in einem anderen Outfit vorzustellen.

Selbst deine Grundgarderobe ist nicht so begrenzt, dass du nur ein Outfit hast. Sie ist flexibel und passt sich zumindest teilweise deinen Bedürfnissen an. Du kannst deine Kleidung je nach Situation wechseln und adaptieren.

Darum ist in der echten Welt auch nicht deine gesamte Garderobe aus ein und demselben Material.    

Unrealistische Körperformen

Also, gleich mal vorweg. Sämtliche Disney Prinzessinnen sind Teenager – die jüngste ist 14, die älteste 19. Das ist nur anhand der Zeichnungen nicht immer nachzuvollziehen.

Was allerdings stimmt: wenn man in seinem Leben mal  schlank bzw.  schlaksig ist – dann als Teenager. Als Mutter einer Dreizehnjährigen kann ich das bestätigen. Und ganz flott ändert die Natur das, wenn man sie lässt.

Das Titelbild zu diesem Blogartikel zeigt da ein anderes Bild: die Körper erwachsener Frauen. Schau dir mal als Beispiel die vollbusige, sehr erwachsene Snow White an.

Leider ist es so:

Kleidung, die uns als Jugendliche oder junge Frau stand, wird nicht gnädig mit uns altern. Es funktioniert einfach nicht. Es gibt nicht diesen einen Kleidungsstil, der (dir) das ganze Leben lang passt und steht.

Langweilig: immer das Gleiche

Es wäre doch ziemlich fad, nur ein einziges Outfit zu haben. Viele von uns bekommen schon beim Gedanken an eine editierte und reduzierte Grundgarderobe (der Capsule Wardrobe) Schnappatmung. Dabei ist die geradezu üppig im Vergleich zur Garderobe dieser Prinzessinnen.

Ich habe hier schon ausführlich darüber geschrieben ( https://strickheldinnen.de/graue-strickjacken-selbst-gestrickt-grundgarderobe/).

Das Spiel mit Farben, Formen und Materialien gilt glücklicherweise auch für „normale“ Momente, nicht nur für die Show-Stopper. Persönlich finde ich es sehr erfreulich, dass ich täglich die Wahl habe zwischen Jacke, Pulli und Bluse oder den Farben blau, grün und lila oder Baumwolle und Wolle.

Überhaupt sind Kleidung und Accessoires mit bunten Mustern und Materialien ein gutes Mittel gegen Langeweile und schlechte Laune. Da können einem die Comic-Heldinnen fast leidtun.

Accessoires gibt es nicht

Noch so eine Beobachtung. Außer einer Wunderwaffe, einem niedlichen Begleittier oder etwas Schmuck kommen die Disney Prinzessinnen ganz ohne Accessoires aus. Keine Tücher, Schals, Mützen, Taschen, Gürtel usw.

Als in der (Styling-)Schule darüber gesprochen wurde, dass diese Kleinigkeiten ein Outfit erst komplett machen, haben die Heldinnen der Leinwand wohl geschwänzt. Oder Abenteuer erlebt.

Nichts gegen Abenteuer! Aber für uns Strickerinnen tut sich hier ein riesiger Bereich auf, der diesen Comic-Mädels völlig fehlt. So viele coole Strickideen können in Form von Accessoires umgesetzt werden. Das lassen wir uns nicht nehmen! 

Fazit

Beim Nachstylen der Kleidung verschiedener Disney Prinzessinen hört für die meisten von uns der Spaß schon einen Tag nach Fasching auf. So heldenhaft sie sich durch ihr Leben schlagen und ihren Traumprinzen finden – das tun sie fast nie über ihre Kleidung.

Mehr an Auswahl als die Prinzessinnen hast du sicherlich in deinem Kleiderschrank.


DIES IST EINER DER BLOGARTIKEL IN DER MINISERIE „GRUNDGARDEROBE“

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21. Mai 2021 · Leave a Comment

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