„Ich hatte da doch irgendwo eine so schöne Strickidee gesehen…wo war das noch?“
Geht es dir manchmal auch so? Du hast etwas gesehen, dass du am liebsten jetzt sofort nachstricken oder einer Freundin zeigen möchtest. Aber dir fällt partout nicht mehr ein, wo dir das Bild über den Weg gelaufen ist.
Trotz allem Gegrübel und Gesuche – es bleibt verschwunden. Vielleicht machen sich sogar etwas Unmut und Ärger breit. Schade um die Zeit! Und dann gibt man frustriert auf.
Diese Ideen-Wiederentdeckungs-Suche hat bei mir in der Vergangenheit schon kuriose Blüten getrieben.
Nach stundenlangem Gewälze meiner Strickzeitschriften war ich nicht fündig geworden. Beim Kochen fiel mir ein: das habe ich auf Pinterest gesehen. Dann dort weiter gesucht und… nein, das war auch nicht die Lösung.
Allerdings bin ich, bei der Vorbereitung eines meiner Blogartikel, dann doch noch über die lang vermisste Anleitung ‚gestolpert‘ – in einem Strickbuch. Und (leider) war sie auch etwas anders als in meiner Erinnerung. Tja.
Und um in Zukunft diese Zeitverschwendung zu vermeiden, habe ich mir ein paar Dinge überlegt. Damit kannst du, wenn du möchtest, das Sammeln von Strick-Ideen, Strick-Inspirationen und Strick-Designs etwas strukturierter anzugehen. Und das ohne großen zeitlichen Aufwand.
Also, lass uns starten.
Darum geht es hier
Wie suchst du?
Ja, das ist die allererste Frage. Und die solltest du dir selber stellen. Denn wie du eigentlich nach neuen Strick-Ideen und Inspirationen suchst, bestimmt viele andere Faktoren, zu denen wir später noch kommen.
Geht es dir ums Suchen oder ums Finden?
Was ist der Start deiner ‚Inspirations-Reise‘? Lässt du dich gerne treiben? Vielleicht blätterst du gerne deine Strickzeitschriften nach Ideen durch. Oder du scrollst durch den Pinterest oder Instagram Feed und schaust einfach mal, was es da zu sehen gibt.
Oder du folgst aktiv bestimmten Strickdesignern, kaufst deren Bücher oder Online-Anleitungen. Vielleicht nimmst du sogar an ihren sogenannten KALs teil?
Noch nie gehört? Ein KAL oder knit-along ist ein virtuelles Treffen auf einer Plattform wie Ravelry oder Facebook, bei denen alle am gleichen Projekt arbeiten. Meist kann man dem/der Designer:In dabei auch Fragen dazu stellen, falls man nicht weiterkommt.
Vielleicht gehörst du aber auch zu denjenigen, die eher konkret oder projekt-bezogen nach Design-Ideen und Inspirationen suchen.
Wenn du ein neues Strickthema für dich entdeckst, z.Bsp. Mosaik-Stricken, könnte das das Schlagwort deiner Suche sein. In Google, in Pinterest, auf YouTube… um nur ein paar Beispiele zu nennen. Für Bilder, Anleitungen oder Beschreibungen würde das eine sehr zielgerichtete Suche sein.
Ebenso würdest du für deine neue ‚graue Strickjacke‘ suchen können, wenn die alte nun einfach hinüber ist. Wahrscheinlich nutzt du schon jetzt mehrere Kanäle für deine Suche, was gut und schlecht gleichzeitig ist.
+ Gut: du bekommst relativ schnell ein vielfältiges ‚Gesamtbild‘ zu deinem gesuchten Thema. Du hast eine gute Anzahl an Ideen und Inspirationen, oft auch Anleitungen für dein Strickprojekt gefunden.
– Schlecht: wenn du jetzt abbrichst, sind diese Informationen genauso schnell wieder verschwunden. Wenn du dir die Suchergebnisse nicht speicherst, fängst du leider beim nächsten Mal wieder von vorne an. Außerdem kritisch: wenn du parallel mehrere Quellen recherchierst, kommst du leicht durcheinander, wo du was gesehen hast.
Welche Themen interessieren dich? Einmalig oder immer wieder?
Wenn du dich auf die Suche begibst, kommen da immer wieder die gleichen Themen zum Zug?
Ich beispielsweise suche immer wieder nach Ideen für Strickjacken und Socken, zwei meiner Lieblingsprojekte.
Oft wird auch speziell nach Saisonalem gesucht, z.Bsp. Herbstdeko oder im Winter nach Geschenkideen, Mützen und Schals oder anderem, was einem gerade in den Sinn kommt.
Vielleicht suchst du auch immer wieder etwas für spezielle Anlässe wie Geburtstage, besondere Feste oder für die Babys deiner Freunde.
Wenn dir jetzt auffällt, dass es da immer wiederkehrende ‚Motive‘ gibt, hast du schon die ersten Namen für deine Sammelordner gefunden. Und zwar egal, ob du dich nachher für digital oder in DIN A4 Form entscheidest.
Was gefällt dir?
Was sind deine visuellen und/oder deine emotionalen Trigger (Asulöser) bei der Suche nach Projektideen?
Sicherlich kennen das viele von uns Strickerinnen:
Wir sehen ein stimmungsvolles Bild mit einem (offensichtlich) selbst gestrickten Schal, Jacke, usw. im Mittelpunkt – und schon fühlen wir uns angetrieben, es gleich und auf der Stelle nach zu stricken.
Oder die sehr detailgenauen Bilder einer Ravelry Anleitung bringen deine Strick-Leidenschaft auf Hochtouren. Und du möchtest gleich damit starten.
Viele Handarbeitsfans lassen sich auch vom sogenannten ‚Eye Candy‘ (den Süßigkeiten für die Augen) verzaubern, der ihren Instagram- oder Pinterest- Feed füllt und bei dem im Minutentakt Wünsche für die nächsten (mindestens) 125 Strickprojekte entstehen.
Möglicherweise brauchst du diese visuellen Anstupser nicht und bist eher der Typ, der situativ sucht. Es sind eher bevorstehende Feiertage, das Wetter (kalt genug zum Stricken), ein überquellender Garnkorb oder ein Gespräch über’s Stricken, dass dich animiert. Gefühle und Situationen sind, was dich auf die Fährte setzt: auf die Suche nach dem nächsten Strickprojekt.
Ganz gleich, welche dieser Kriterien auf dich zutreffen:
Wichtig ist, sich dessen bewusst zu werden. Wir sind heute selten in der Situation, wo es uns daran mangelt, ein ansprechendes Projekt zu finden. Es ist eher anspruchsvoll, zu entscheiden, was man wirklich in Angriff nimmt und umsetzt.
Oft klaffen da Wunsch und Wirklichkeit auseinander: sei es nun der zeitliche Aufwand, die verwendeten Materialien und Farben (die auf dem Foto ganz anders aussahen) oder die Passform, die beim Fotomodell in Größe 34 oder 36 anders ist als bei der eigenen Konfektionsgröße.
Darum plädiere ich ganz stark dafür:
Das Sammeln von Ideen ist eine Sache, der Plan für die Umsetzung deiner Projekte eine ganz andere!
Wo und was sammelst du?
Oft sind es die simpelsten Sachen, die am zuverlässigsten funktionieren. Warum? Eben genau, weil sie einfach sind.
Einfach im Aufbau, einfach in der Bedienung, einfach im Verstehen und einfach im Wiederfinden. Genauso sollte deine Ideensammlung fürs Stricken sein.
Ein wichtiges Kriterium ist das schnelle und einfache Wiederfinden. Es macht doch viel mehr Sinn und Spaß zu stricken, anstatt die Zeit mit der Suche nach Strickideen zu ver(sch)wenden.
Digitale Inhalte
Diese Aspekte solltest du berücksichtigen:
- Wo und wie oft greifst du auf digitale Inhalte zu? Nutzt du bei der Ideensuche oder auch dem Kaufen von Anleitungen einen großen PC oder machst du das eher gemütlich auf dem Sofa sitzend am Smartphone oder Tablet?
- Kannst oder willst du Dateien in der Cloud speichern oder lieber auf dem Gerät direkt
- Vorteile beim ersten: Zugriff von überall.
- Vorteil beim zweiten: sicherer Zugriff, auch ohne Internet.
- Überhaupt kann die Verfügbarkeit wichtig sein. Bist du oft unterwegs, auch in Gegenden mit instabilem oder ohne Internet, dann solltest du das bei der Wahl des Speicherorts bedenken.
- Möchtest du außer Ideen und Inspirationen auch Anleitungen in digitaler Form sammeln?
- Achte auf die verfügbare Speicherkapazität. Gerade Anleitungen mit vielen Fotos können ‚Speicherplatz-Fresser‘ sein!
- Trenne nach Themen und nach Anleitungen bzw. Ideen bei den digitalen Ordnern, die du verwendest.
- Lege dir einfache digitale Ordner an.
- Benenne sie für dich sinnvoll und nutze Klartext (keine Abkürzungen)!
- Lege die Ordner immer so an, dass du später nach dem Namen suchen kannst (mit der Suchfunktion).
Speichere, wo und wie du nutzt
Bist du ein Mensch, der Ideen und Anleitungen im wörtlichen Sinne bei der Hand haben muss? Am besten sollten es dann Stehsammler, DIN A4 Ordner oder Mappen sein, die du ggf. durchblätterst und beim Stricken verwendest. Und zwar dort, wo du leicht Zugriff hast.
Falls du hingegen für digitale Speicherung zu haben bist, mache dir eine einfache Struktur, mit wenigen ‚Ebenen‘. Lieber legst du dir gleich einen Überordner ‚Strickanleitungen‘ an, als einen Überordner ‚Stricken‘ und darunter einzelnen Ordner mit ‚Anleitungen‘ usw.
Weniger ist mehr
Gemeint ist damit die Anzahl der Speicherorte. Entscheide dich für maximal 3… sonst suchst du wieder zu lange. Zum Beispiel:
- 1 -2 Ablageorte/-möglichkeiten für Zeitschriften, Anleitungen in Papierform
- 1-2 Speicherorte für Ideen und Inspirationen; z. Bsp. Pinterest Pinnwand und OneNote Notizbuch
Schaffe neue Gewohnheiten
Damit das alles überhaupt funktioniert, solltest du es wirklich regelmäßig machen.
Schaffe dir eine Art kleines Ritual, dass du als ‚Ideen-Sammel-Zeit‘ bezeichnen kannst. Wenn es dir hilft, halte es mit einer Erinnerungsfunktion in deinem Terminkalender fest.
Vielleicht findest du es hilfreich, dir die (neue) Ablage-Systematik in deinen Worten aufzuschreiben, bis du dich daran gewöhnt hast.
Nutze auch deine bisherigen Gewohnheiten bei der Ideensuche und optimiere sie. Der Vorteil, wenn du an Bestehendes anknüpfst: du setzt es leichter um und es bleibt besser ‚haften‘.
Starte immer ‚bewaffnet‘ bzw. vorbereitet. Wenn du beispielsweise gerne auf dem Sofa deine Zeitschriften durchblätterst:
- Lege dir deine ‚Utensilien‘ (Notizzettel, Stift, Ordner) in der Nähe deines Sitzplatzes bereit
- Nutze selbstklebende Notizzettel, mit denen du die Seiten markierst, die für dich wiederfindenswert sind
- Beschrifte diese Markierungen mit Infos, die dir später helfen: ‚grauer Cardigan V-Ausschnitt‘ anstatt Modellname oder Modellnummer
Bist du bei der Ideensuche digital unterwegs, kannst du das probieren:
- Lade dir einen sogenannten Web-Clipper (er macht ‚Fotos‘ von deinem Bildschirm) herunter und speichere ihn im Browser
- Öffne immer gleich die digitalen Speicherorte, wenn du deine Suche oder deine ‚Inspirationssammel-Reise‘ startest
- Gewöhne dir an, erst zu speichern. Danach kannst du immer noch auf verlockende Links klicken, die dich zum nächsten Bild oder zur nächsten Website führen
- Speichere bei wichtigen Bildern auch den Link zur Internetadresse (die findest du meist oben im Suchfeld), wo du es her hast. Vielleicht möchtest du später doch noch die Anleitung kaufen…
Grundsätzlich funktioniert so eine neue Gewohnheit am besten, wenn du es nicht zu kompliziert machst. Und in kleinen Schritten. Also, starte doch mal mit einem Teilaspekt, den du besonders einfach umsetzen kannst.
Vielleicht ist das, bei Pinterest eine neue Pinnwand für ‚Socken und Strümpfe‘ anzulegen, oder Haftnotizzettel und Stift auf dem Sofatisch zu deponieren.
Ich wünsche dir viel Erfolg beim Ausprobieren. Und berichte doch bitte in den Kommentaren, wie es dir damit ergangen ist.
Liebe Grüße
Beatrix
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