Entspannendes für Stricker:Innen
Bewegung ist Entspannung?!
Wenn jemand zu dir sagt: „Entspann dich“, kommt uns wahrscheinlich dieses Bild vor Augen:
Wir lehnen uns zurück, atmen tief durch und legen vielleicht sogar die Füße hoch. Direkt neben uns steht ein Glas oder eine Tasse mit unserem Lieblingsgetränk, das wir erreichen, ohne uns groß bewegen zu müssen. Eventuell läuft im Hintergrund der Fernseher oder Musik, die wir zumeist per Fernbedienung steuern.
Hach, tut das gut! Oder?
Was so kuschelig und gemütlich klingt, ist für unseren Organismus weniger optimal. Nicht nur, dass wir sitzen anstatt zu laufen oder zu gehen. Das ist ja allgemein bekannt.
Nein, gerade beim Stricken igeln wir uns gerne ein – in einer Fast-Bewegungslosigkeit. Und wenn wir dann so schön im Flow sind – mit allem, was wir brauchen, kaum eine Armeslänge entfernt – verlassen wir den bequemen Sitz für viele Stunden nicht mehr.
Puls und Blutdruck sinken zwar, was wir als entspannend empfinden. Leider atmen wir aber nicht so tief und gründlich in dieser Zeit. Und unsere inneren Organe werden im Sitzen auch nicht so gut durchblutet wie in Bewegung.
Und weil es so ist, dass wir während des Strickens oft sooo beschäftigt sind, vergessen wir aufzustehen, uns auszuschütteln oder irgendwie zu bewegen.
Als Gedankenstütze kann dir ein Wecker dienen, der dich alle 20–25 Minuten daran erinnert, die Nadeln wegzulegen und dich zu recken und zu strecken.
Dein Getränk könntest du auch im Stehen trinken oder du stellst es gleich in die Küche, um dort alle halbe Stunde „vorbeizuschauen“.
Du könntest sogar in deinem Anleitungsmuster nicht nur Farbwechsel, sondern „Bewegungseinheiten“ markieren. Wie in diesen Beispielen:
- Vielleicht kannst du in einfachen Musterreihen diese Reihe im Stehen stricken
- Es wäre auch möglich, dass du bei den (einfachen) Rückreihen bewusst tief ein- und ausatmest.
- Bei kleineren Musterrapporte bzw. alle 4–5 Reihen eine kleine Schulter-Entspannungsübung einbauen
- Versuche mal, Reihen zu stricken, ohne Hinzuschauen. Dadurch entlastet du deine Hals- und Nackenmuskulatur