Schnelle Strick-Tipps
Farbe kann „zickig“ sein
Dass Farbe auf Fotos und am Bildschirm oft anders aussieht als in Wirklichkeit, ist uns allen geläufig.
Aber trotzdem kommt es immer wieder vor, dass wir mit der Farbwirkung eines Strickteils unzufrieden oder gar enttäuscht sind.
Die Farbe, die im Wollgeschäft so schön aussah, lässt uns vielleicht blass und krank aussehen. Oder die zwei Farben, die wir für das Streifendesign ausgewählt hatten, verschwimmen zu einem farbigen Wischi-Waschi.
Darum schauen wir uns heute Farbe genauer an.
Farbton
Jede Farbe hat drei Eigenschaften, die wir zwar sehen, aber oft genug nicht eindeutig zuordnen. Neben Helligkeit und Farbsättigung gehört der Farbton dazu.
Der Farbton bezeichnet die Eigenschaft, nach der unser Farbempfinden in die rote, gelbe oder grüne Richtung unterscheidet. Besonders schwierig kann es bei den Farbtönen Beige und Grau sein, diesen Unterton richtig zu erkennen. Oft benötigt man eine Vergleichsmöglichkeit, wie z. Bsp. ein weißes Blatt Papier, das immer ein kühl-neutrales Weiß ist.
Ist der eigene Hautton eher kühl-bläulich, steht dir ein bläuliches Grau oder Beige gut. Hingegen lässt ein warm-gelbliches Grau oder Beige einen blass und unvorteilhaft aussehen.
Eine Farbe desselben Farbtons kann zudem in der Farbsättigung variieren, wie Graublau gegenüber Blau, oder in der Helligkeit, z. Bsp. Rosa gegenüber Rot.
Kontrast
Gerade bei Streifen unterschätzen wir häufig die Wichtigkeit von Kontrast zwischen den einzelnen Farben. Schön und gut, wenn man zwei kräftige und unterschiedliche Farbtöne nimmt. Aber um Streifen gut erkennen zu können, sollte es einen Helligkeitsunterschied geben.
Den größten Helligkeits-Kontrast hast du gerade vor Augen: schwarz-weiß. Aber so stark muss es ja nicht sein. Nur muss der Kontrast deutlich genug sein, um das Streifendesign wirken zu lassen.
Ob die zwei Farben diesen notwendigen Unterschied haben, kannst du auf zwei Arten feststellen. Ich schließe dazu die Augen halb, schaue mir die Farben also in einem eingeschränkten Blickfeld an. Die Wimpern filtern etwas „Farbigkeit“ heraus und die Helligkeit des Farbtons wird leichter erkennbar.
Oder du machst mit deinem Handy ein Foto von beiden Farbtönen und änderst es zu eine Schwarz-Weiß-Foto. Ob die zwei dann einen guten Kontrast bilden, erkennst du daran, dass du auch ohne Farbigkeit gut zwischen den zwei Farben unterscheiden kannst.
Lichtquelle
Immer wieder in meiner beruflichen Praxis ist mir dieses Problem untergekommen. Farbe verändert sich, bei unterschiedlichem Licht betrachtet. Nicht umsonst mussten wir jeden Farb-Abgleich unter mehreren, genormten Lichtquellen vornehmen (künstliches Tageslicht, Glühbirnen, Neon-Röhren usw.).
Das Problem:
In der Realität haben wir es fast immer mit einem Licht-Mix zu tun. Wir sitzen in einem Zimmer mit Fenstern, haben aber zusätzlich eine Lampe an. Und auch in Wollgeschäften sind oft viele verschiedene Lichtquellen vorhanden, die Farbe verändern können.
Wenn wir also Wolle „passend“ zu einem vorhandenen Kleidungsstück kaufen, kann es sein, dass sie zu Hause nicht mehr passt. Weil das Licht dort anders ist und es sich nach Tageszeit, Sonnenstand u.v.m ständig ändert.
Ändern kannst du daran leider nichts. Aber dieses Wissen kann dir helfen, realistischer an das Thema ranzugehen.